Filmografie
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ID: 2026 
Produktionsjahr: 1964
Klassifizierung: Kinderfilm
Produktionstechnik: Figurenanimation
Laufzeit: 00:32:47
Prädikat: Besonders wertvoll
Erstaufführung: 17.04.1964
Bildformat: 1:1,35 [4:3]
Regie: Kurt Weiler
Drehbuch: Kurt Weiler
Hanna Weiler
Szenarium: Klaus Eidam
Dramaturgie: Erhard Mai
Figurendesign: Achim Freyer
Bauten Design: Achim Freyer
Kamera: Erich Günther
Animation: Kurt Weiler
Margitta Jänsch
Robert Pfützner
Schnitt: Gerti Gruner
Komposition: Gerhard Rosenfeld
Ton: Horst Philipp
Produktionsleitung: Gisela Hammer
Hersteller: VEB DEFA-Studio für Trickfilme Dresden
Beschreibung: Eines Morgens saß ein Schneider am Fenster und nähte. Eine Händlerin kam vorbei und bot lautstark Pflaumenmus zum Kauf an. Das Schneiderlein gab seinen letzten Heller aus, um sich zu laben. Aber der süsse Musduft lockte eine Menge Fliegen an, und als der Schneider zuschlug, blieben sieben auf der Strecke. Diese Tat schien dem Schneiderlein so bemerkenswert, dass er sich einen Gürtel anfertigte, auf dem zu lesen war, dass er Sieben auf einen Streich erledigt hätte. Er begab sich auf Wanderschaft und bot dem König seine Dienste an, weil ihm die Prinzessin sehr gefiel. Die Höflinge und der König lachten anfangs über den Fremden, als sie aber die Schrift auf seinem Gürtel lasen, wollte sie ihn loswerden. Er bekam den Auftrag, das böse Einhorn zu besiegen. Das schaffte der Schneider im Handumdrehen. Nun sollte er das gefährliche Wildschwein und schließlich gar den grimmigen Riesen überwinden. Das tapfere Schneiderlein löste auch diese Aufgaben und forderte den versprochenen Lohn, die Hand der Prinzessin. Als der König erfuhr, dass der fremde Held nur ein Schneider war, wollte er ihn hinauswerfen lassen. Nun holte der Schneider das Einhorn und das Wildschwein in den Saal, der König und die Höflinge liefen davon, und das Schneiderlein bekam seine Prinzessin.
(Quelle: Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. S. 420.)
Quellen: Übernahme aus dem Datenbestand der DEFA-Stiftung. Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. S. 420. Kurt Weiler: Filmografie Kurt Weiler. Kleinmachnow 2001. S. 12.
Anmerkungen: Bauten: Achim Freyer; lt. Abspann Dekorationen und Puppen: Achim Freyer
Literarische Vorlage: Gebrüder Grimm: "Das tapfere Schneiderlein", Märchen,
DEFA-FilmId: Q6UJ9A002NAR
Bauten, Dekoration: Achim Freyer.

"Dieser Film war seinerzeit ein Neuanfang auf dem Gebiet des Märchenfilms im Dresdner Studio. Er durchbrach Tabus und führte moderne Aspekte in die Interpretation traditioneller deutscher Märchen ein. Sowohl Achim Freyer wie ich waren stark von Brecht beeinflußt. Es wurde eine transparente Bühnenwelt aufgebaut, die von Motiven früher mittelalterlicher französischer Buchillustrationen inspiriert wurde, weit weg von den finsteren, furchteinflößenden Grimmschen deutschen Eichenwäldern. Das fröhliche Szenenbild, der naive Charme der sehr gelungenen Figur des Schneiderleins, die für die damaligen Verhältnisse sehr gekonnte, professionelle Animation, die ganze Zeichnung des Königs und seines Hofs, die liebenswerten Monstertiere, gaben dem Film beinahe schon den Touch einer Komödie mit französischem Flair."